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4.11.17 Einwinterung

Die ersten kalten Nächte signalisieren den kommenden Winter. Die Bienen sind mit Futter gut versorgt. Das eine oder andere Volk habe ich in den warmen Oktobertagen mit ein paar Kilo Sirup nachgefüttert. Nach meiner Beobachtung dauerte die Brutphase in diesem Jahr länger als sonst. Da die Bienen das Brutnest auf über 35 Grad hochheizen müssen, stieg der Futterverbrauch zwangsläufig. Das wird sich ändern, wenn sie wegen der Kälte die Wintertraube bilden. Doch auch da müssen sie heizen. Doch nur auf ca. 20 Grad. Jedenfalls im Inneren der Wintertraube.

Die Wärme kann wegen eines starken Deckels nicht nach oben entweichen, doch nach unten ist der Bienenstock offen; lediglich eine Edelstahlgaze schützt die Bienen vor unliebsamen Gästen. Früher hatte man die Völker warm verpackt und meinte, ihnen damit etwas Gutes zu tun. Doch davon ist man abgekommen, weil die Tiere zu früh mit der Brut begannen.

Mäuseschutz
Als letzte Arbeit stand die Verkleinerung des Flugloches bzw. das Anbringen des Mäusegitters auf meinem Arbeitsplan. So oder so: Größer als 7mm darf der Zugang zum Stock jetzt nicht mehr sein. Oder die Gefahr besteht, dass die Vierbeiner im Laufe der kommenden Monate ganze Honigwaben leerfressen. Gerhard Liebig hat über Mäuse im Bienenstock ein Video gedreht. Imker auf Mäusejagd könnte man es überschreiben.

Imkern in Kasachstan
Mein Freund A. stammt aus Kasachstan. Dort existierte über viele Jahre eine ziemlich große deutsche Kolonie. Irgendwann siedelte er mit seiner Familie in die Bundesrepublik über. Doch an einigen Traditionen aus Kasachstan hält er fest. Vor allem an der Liebe zu den Bienen. Der Satz „Bienen sind Drogen“, gehört zu seinen Lebensweisheiten. Er imkert noch genauso wie in den Weiten des Ostens. Als hier im Juli der Blütenhonig als letztes geschleudert wurde, begann er von den Sonnenblumenfeldern in Kasachstan zu schwärmen, die jetzt die Bienen anlocken würden. Dazu noch der Buchweizen! Beide begannen wir von einer Reise in das Honig-Eldorado mit einigen Völkern im Schlepptau zu träumen. Was sind in einem solchen Tagtraum schon 6000 km…

Doch der Winter in Kasachstan kommt mit ca. 40 Grad Kälte ziemlich schnell. Da könne man die Bienen unmöglich draußen lassen, erfuhr ich; man würde sie in den Keller bringen. Draußen dagegen würde der Schnee über 2 m hoch liegen. Doch die Plätze für die Bienenvölker müsse man dennoch ständig freischippen. Im März nämlich würden sie wieder aus dem Keller nach draußen gebracht werden müssen. Und sei es nur, damit die Bienen ihre Kostblase leeren könnten. Nach A.s Bericht ein besonders einprägsames Erlebnis.

In Gedanken sagte ich zu meinen Bienen: Ihr wißt gar nicht, wie gut ihr es hier im milden Klima des Rheinlandes habt.